Beermann - Entzugsleistung
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Entzugsleistung

Erdwärmesonden / Wärmepumpen für Einfamilienhäuser
Bis zu einer Heizleistung von ca. 20 kW schlägt die VDI 4640 Tabellenwerte, Nomogramme oder empirische Zusammenhänge vor; für die Anwendung dieser Methoden müssen jeweils bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Darüber hinaus gibt es Auslegungs- und Simulationsprogramme, die für kleinere aber auch größere Systeme verwendet werden können.

In Tabelle 2 sind spezifische Entzugsleistungen für Erdwärmesonden für unterschiedlichen Untergrund aufgeführt. Für die Anwendung dieser Tabelle sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
• max. 1800 Vollaststunden
• nur Wärmeentzug aus den Sonden
• Sondenlänge 40 - 100 m
• minimaler Abstand zweier Erdwärmesonden 5 m bei Erdwärmesondenlänge 40 - 50 m 6 m bei Erdwärmesondenlänge 50 - 100 m
• Doppel-U-Sonden mit Rohren von 25 mm oder 32 mm Durchmesser oder Koaxialsonden mit mindestens 60 mm Durchmesser
Tabelle 2: Spezifische Entzugsleistungen für Erdwärmesonden in Anlagen mit einer Heizleistung <20 kW (nach VDI 4640); Einsatzgrenzen der Tabelle s. Text 

 
 
Erdwärmesondenlänge  
Untergrund  
spez. Entzugsleistung  
je 1 kWth  
 
 
 
a = 3  
a = 3,5  
Allgemeine Richtwerte:  
 
 
 
Schlechter Untergrund ( <1,5 W/mK)  
20 W/m  
33 m  
36 m  
Normales Festgestein und wassergesät 
 
 
 
tigtes Sediment ( =1,5-3,0 W/mK)  
50 W/m  
13 m  
14 m  
Festgestein mit > 3,0 W/mK  
70 W/m  
9,5 m  
10 m  
Einzelne Gesteine1:  
 
 
 
Kies, Sand trocken  
<20 W/m  
>33 m  
>36 m  
Kies, Sand wasserführend  
55 65 W/m  
12 - 10 m  
13 - 11 m  
Ton, Lehm feucht  
30 40 W/m  
22 - 17 m  
24 - 18 m  
Kalkstein (massiv)  
45 60 W/m  
15 - 11 m  
16 - 12 m  
Sandstein  
55 65 W/m  
12 - 10 m  
13 - 11 m  
Saure Magmatite (z.B. Granit)  
55 70 W/m  
12 - 9,5 m  
13 - 10 m  
Basische Magmatite (z.B. Basalt)  
35 55 W/m  
19 - 12 m  
20 - 13 m  
Gneis  
60 70 W/m  
11 - 9,5 m  
12 - 10 m  
Starker Grundwasserfluß in Sand und  
 
 
 
Kies für Einzelanlagen  
80 100 W/m  
8,3 - 6,7 m  
8,9 - 7,1 m  

Die Werte können durch Gesteinsausbildung wie Klüftung, Schieferung, Verwitterung erheblich schwanken Weiterhin muß bei einer größeren Anzahl von Einzelanlagen an einem Standort wegen der gegenseitigen Beeinflussung die spezifische Entzugsleistung um 10 - 20 % reduziert werden;
Grundsätzlich ist bei Auslegung nach Tabellen, Faustformeln etc. zusätzlich zur spezifischen Entzugsleistung bei längeren Laufzeiten die jährlich entnommene Wärmemenge zu berücksichtigen, die den langfristigen Einfluß festlegt. Diese jährliche Entzugsarbeit soll bei reinem Wärmeentzug im Bereich 100 - 150 kWh/(ma) liegen. Ist eine Wärmeeinleitung mit vorgesehen (Nachladung), sind Abweichungen davon zugelassen.